Ist eine Änderung des Urheberrechtes nötig?

Die Piraten fordern eine Abschaffung des Urheberrechts in der jetzt bekannten Fassung. Das die Piraten fordern die Urheber zu entrechten und das Musik generell kostenlos sein soll ist eine verbreitete Meinung der Verwerterindustrie und der GEMA.
Das stimmt mal so nicht. Das es unter den Piraten eine sehr breite Meinungsvielfalt gibt, die auch auf einem Teil Unwissenheit beruht macht es den bisherigen Lobbyisten leicht sich als Heilsbringer der Urheber ins Licht zu rücken. Новые Туры в Норвегию из Бишкека срочно

Ein Antrag an den Bundesparteitag bringt da einige Klarheit wie die Piraten zum Urheberrecht, aber auch wie sie zum Schutz der Urheber stehen.

Ist das Urheberrecht nun wirklich reformbedürftig?
Im Prinzip eigentlich nicht. Ich als Urheber habe durch das Urheberrecht natürlich alle Rechte. Aber schützt es mich wirklich? Insbesondere vor der GEMA und ihrer so genannten Gemavermutung?
Nein! Ich, als Urheber, bin der Gemavermutung schutzlos ausgeliefert.
Werden zum Beispiel bei einer Veranstaltung auch Gemafreie Stücke gespielt, erhält der Komponist der gemafreien Werke keinen Cent. Wird bei einer Veranstaltung auch nur ein Musikstück gespielt das bei der GEMA registriert wird, berechtigt es die GEMA mit Ihrer Vermutung den vollen Gebührensatz zu fordern. Urheber die nicht bei der GEMA gelistet sind erhalten also nichts. Auch wenn ihnen ein Anteil zustehen würde gehen sie leer aus.
Das ein Punkt der dringend einer Reform bedarf. Es muss also ein Schutz der Urheber vor den Verwertern definiert werden.

Was nun wirklich paradox ist, ist der Streit zwischen der GEMA und Youtube.
Es gibt die Möglichkeit bei der GEMA gemeldete Werke von verschiedenen Verwertungsformen auszuschließen.
Das wären:

  • das musikalische Aufführungsrecht (§ 19 Abs. 2 UrhG)
  • das Senderecht für Rundfunk (§ 20 UrhG)
  • das Senderecht für Fernsehen (§ 20 UrhG)
  • das Recht der Wiedergabe von Fernsehsendungen (§ 22 UrhG)
  • das Filmvorführungsrecht (§ 19 Abs. 4 UrhG)
  • das Recht der öffentlichen Wiedergabe durch Ton- Bildton- Multimedia und andere Datenträger (§ 21 UrhG)
    (speziell im Online-Bereich gibt es im Berechtigungsvertrag unter § 1 Abs .h 
    diverse Unterpunkte, wo hier auch noch Online-Nutzungen einzeln 
    aufgelistet sind, u.a. z.B. als Ruftonmelodie/Klingeltöne etc.)
  • das mechanische Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht (§§ 16, 17 Abs. 1 UrhG)
  • das Filmherstellungsrecht
Videos vom Rammstein und U2 sind nicht gesperrt weil die beiden Gruppen ihre 
Musik von der Verwertung im Onlinebereich nicht von der GEMA vertreten lassen.
Quelle: allmusic.de

Rein theoretisch wäre es es den Mitgliedern möglich einzelne Songs unter einer freien Lizenz, z.B. Creative Commons zu veröffentlichen wenn der Autor alle Rechte eines einzelnen Songs von der Verwertung ausschließt und selbst wahrnimmt. Praktisch ist es leider unmöglich weil die GEMA ihren Mitgliedern schlicht und einfach verbietet unter Creativ Commons zu veröffentlichen.
Die Autoren, die nun über die Sperrung ihres Videos durch Youtube verärgert sind, haben es schlicht selbst verschuldet wenn Youtube die entsprechenden Videos sperrt.
Und die Plattenlabel die sich über die Sperrung von Videos ihrer Musiker und Bands aufregen, haben schlicht und einfach versäumt, ihre Künstler und Komponisten umfassend zu beraten.
 
Dieser Aspekt wurde noch nie groß in den Medien aufgeriffen. Das liegt zu einem Teil an den Verschleierungstaktiken der Kontrahenten. Zum Anderen an der oberflächlichen Berichterstattung einiger Medien und der Streichwut mancher Redakteure die mit der Länge eines Artikels, oder der Ausführlichkeit eines Berichtes Probleme zu haben scheinen.
Oder liegt es an der fehlenden Leistungsbereitschaft von einzelnen Autoren ordentlich zu recherchieren, weil sie denken von den Verlagen ihrer Rechte beraubt zu werden?
http://www.irights.info/?q=content/nennt-man-das-enteignung-die-debatte-zum-leistungsschutzrecht-f%C3%BCr-presseverlage

D.h. es besteht zur Zeit ein Schutzrecht das die Verwerter bevorzugt.
Das kann so nicht richtig sein.
Es ist also unsere Aufgabe als Urheber unsere gesetzlichen Rechte gegenüber den Verwertern zu vertreten und einzufordern.

Der Gesetzgeber ist bei der Aufgabe zur Zeit überfordert, und wird im Augenblick noch von den falschen Leuten mit Rauch und Nebelkerzen beraten.

Also, melden wir uns als Urheber zu Wort. Egal wie, und egal wo.
Ich habe hier einen Anfang gemacht.

Klaus
 

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Bild von retrolux

Reform ist nötig und schon

Reform ist nötig und schon längst überfällig.
Wenn ich mir aber mal das Grundsatzprogramm der Piraten so anschaue, kommt mir doch so einiges an den Haaren herbeigezogen und Realitätsfremd vor. Zitat:

Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen
von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit
von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle
Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer
Gesellschaft dar.

So,und nu?Wovon soll der Musiker seine Instrumente kaufen,der Filmemacher seine Schauspieler entlohnen...etc?Kunst ist Arbeit und muss entlohnt werden.Für mich liest sich das schon nach "entrechtung".
Und was bedeutet "Nichtkomerziell"?? der Großteil der gekauften Musik wird für den privaten Haushalt produziert.
Das Urheberrecht sollte unter das Patentrecht fallen.Kunst ist Erfindung und so wie ein Pharmakonzern auf seine Entwicklung das mehrjährige Recht auf alleinigen Vertrib hat, so sollte auch für Kunst eine Patentsschutzzeit geben.25 Jahre Exklusiv-Vertrieb, danach für jeden frei zugänglich.Das würde die Weiterentwicklung fördern.Von dem Mist das die GEMA so immer abzieht will ich gar nicht reden,leider ist der "Verein" keine Staatlich instutition.
Die Piraten können nicht immer nur von den Wünschen der "User" ausgehen, müssen sich auch mit den Produzenten vereinbaren und Alternativen angeboten werden.
Ahoi Piraten,der Wind weht auch aus anderen Richtungen

Bild von Anonymous

So bei den Haaren herbei

So bei den Haaren herbei gezogen ist das nicht. Das Model was die fordern ist Creative Commons. Mit Creative Commons lässt sich auch Geld machen. Der Urheber alleine legt die Lizenzbedingungen fest. In der Regel:

- Namensnennung
- Keine kommerzielle Nutzung
- Weitergabe unter gleichen Bedingungen
- Keine Bearbeitung

Es funktioniert mit der CC-Lizenz bestens. Die Netaudio Szene (Lizenzfreie Musik) lebt, aber leider im Untergrund und die GEMA-Vermutung trägt ihren teil dazu bei, das sie sich nicht zu 100% entfalten kann.

Was ich auch schade, bzw. traurig finde, das in kaum einem Beitrag über GEMA auch die Creative Commons genannt wird.

Eine Änderung der Urheberrechte ist mehr als nötig und ich hoffe das die C3S in Zusammenhang mit der CC durchkommen wird.

Ich kann es jedem nur Raten, macht euch über CC schlau und verbreitet sie!

Und so Sätze wie: "Wovon soll der Musiker seine Instrumente Zahlen?" kommen nur von geldgierigen. Wenn mich einer fragt, warum ich mir teure Software kaufe, antworte ich: "Weil ich Musik liebe!"

Denkt mal drüber nach...

Gruß ...

Bild von retrolux

zitat: Und so Sätze wie:

zitat:
Und so Sätze wie: "Wovon soll der Musiker seine Instrumente Zahlen?" kommen nur von geldgierigen.
genau,und weil ich so geldgeil bin hab ich all meine sachen unter CC veröffentlicht.