Beweis der Urheberschaft

Dazu muss man sich erst mal fragen wie man sein Werk schützt ohne das es jemand stehlen oder verwenden kann.
Die erste Möglichkeit ist absolut sicher.
Niemand bekommt etwas vom Werdegang des Werkes mit und nach seiner Fertigstellung wird alles gelöscht, die Festplatte formatiert, neu bespielt und die Noten, sowie Texte verbrannt.
Das ist die Möglichkeit die einzig und wirklich vor Diebstahl schützt.
Aber diese Möglichkeit will wohl niemand wirklich nutzen.
Die zweite Möglichkeit ist das Werk in die Welt zu posaunen. Natürlich mit viel Tamtam und Brimborium.
Ist man berühmt und das Überqueren der Straße nur mit einigen Autogrammen möglich, ist der Nachweis wohl kein Problem.
Aber wer von den kleinen Bands, oder Musikern ist schon bekannt. Bei den Local Heroes in einer Kleinstadt mag das wohl noch zutreffen. Doch ein paar Kleinstädte weiter?
Also was tun? Einschreiben mit dem Werk an sich selbst? Das ist eine viel diskutierte Möglichkeit. Aber ist sie auch rechts-sicher?
Das kann sie sein, sie muss es aber nicht wenn große Labels mit Heerscharen von Anwälten vor Gericht auftauchen.
Die Sicherung bei einem Notar ist zwar relativ rechts-sicher, aber auch leider recht teuer.
Unser Tipp ist ein Aufbau einer Beweiskette. Je mehr Glieder diese Kette hat haben die Rechtsanwälte der Gegenpartei mehr Mühe alle (!) Glieder dieser Beweiskette zu zu knacken.
Unser Vorschlag, (Achtung! wir übernehmen leider keine Garantie) ist eine preisgünstige aber zeitaufwendige Variante.
1. Schritt Eins!
Der einfache Postweg
Man erstellt sein Werk auf einem Datenträger.
Dazu sind aber noch mehrere oder auch viele Kleinigkeiten nötig. Man erstellt zwei Dateien auf dem Datenträger. Die erste Datei enthält alles was bei der Fertigstellung angefallen ist.
Noten und Texte als PDF, oder digitale Dateien. MIDI, u.s.w.
Die zweite Datei, mit dem gleichen Inhalt wird komprimiert und zusätzlich mit einem Passwort verschlüsselt! Natürlich dieses auch merken und behalten. Es kann ja sein das es später vor Gericht erfragt wird.
Dann bemüht man eine Suchmaschine und sucht nach Tools die einen digitalen Fingerabdruck von der mit Passwort verschlüsselten Datei erstellen.
Bekannte Algorithmen dafür sind beispielsweise MD5 und SHA. Ein solcher Fingerabdruck (die Methode ist sehr sicher) sieht beispielsweise so aus:
(SHA-256 vom leeren Dokument) e3b0c44298fc1c149afbf4c8996fb9 2427ae41e4649b934ca495991b7852 b855
Dieser digitale Fingerabdruck wird nun mit einer Anzeige in einer öffentlichen Tageszeitung veröffentlicht.
Der Text der Anzeige könnte dabei folgenden Wortlaut haben:
Anzeige mit Beweiskraftabsicht:
Hiermit möchte ich den Beweis erbringen, spätestens mit Veröffentlichung dieser Anzeige im Besitz des digitalen Dokumentes mit der SHA-256 Signatur e3b0c44298fc1c149afbf4c8996fb9 2427ae41e4649b934ca495991b7852 b855 zu sein. Dieses Dokument beinhaltet Noten, Text und eine erste Aufnahme zu dem von mir/uns verfassten Song mit dem vorläufigen Arbeitstitel (Beispiel "I put my Erdbär in your Brombär"). Max Mustermann.
Die Tageszeitung mit der Anzeige muss man als Beweismittel auch kaufen. Besser ist sogar doppelt! Das zweite Exemplar als Erinnerung ins Bilderalbum kleben.
Hat man alle Schritte erledigt tütet man den Datenträger mit Notenblättern,Texte u.s.w., sofern es kein reines digitales Projekt ist, in einen Briefumschlag und sucht die nächste Postdienststelle auf.
Dort bittet man den Postbeamten den an sich selbst adressierten Brief mit einem deutlich sichtbarem Tagesstempel zu versehen.
Wenn man sich Mühe gibt kann man den Postbeamten nett überreden einen zweiten Stempel auf den Brief zu setzen und zu signieren.
Dann ab die Post!
Schritt 2
Das obligatorische Einschreiben an sich selbst adressiert
Mann veröffentlicht das Werk auf einschlägigen Portalen. Myspace, Aiwam, Youtube und mp3.de, oder wie auch immer und stellt Screenshots von den Internetseiten her und druckt diese aus.
Der einfache Brief sollte dann aber schon angekommen sein.
Dazu nimmt man einen zweiten Briefumschlag. Dort packt man dann alle Beweismittel wie die Seite der Tageszeitung mit der Anzeige, Screenshots aller Internetseiten (Datum muss sichtbar sein) und den Umschlag mit dem Datenträger hinein.
Nochmal zur Post und das ganze als Einschreiben an sich selbst schicken.
Zusätzliche Schritte und Maßnahmen.
Zeugen sammeln.
Man kann z.B die Klebestellen der Umschläge mit Aufklebern (Etikettenaufklebern für den Drucker zu Hause) versiegeln. Auf diese Siegel können Freunde und Bekannte, der Wirt der Stammkneipe, der Hausarzt, der Pfarrer oder der nette Bäcker von nebenan die Unversehrtheit des Umschlages mit Datum bestätigen und signieren. Wer davon Stempel zur Hand hat, immer drauf auf das Siegel.
Und schon ist man ohne Notar, mit jeder Menge Zeugen im Rücken auf der sicheren Seite.
Eine Garantieerklärung für diese Vorgehensweise können wir aber nicht geben.
Bei der existierenden Menge von Musikstücken sind Ähnlichkeiten niemals auszuschließen.
Und vor Gericht zählt nur das ältere Recht.
Aber falls Bushido sich bei Euch bedienen sollte, freut Euch. Es kommt Geld in die Kasse! Iq option IQ Options instagram iqoption